24. Dezember 2020

Das Gehirn entschlüsseln mit Shakespeare
Neurowissenschaftliche Forschung am University College London

Professorin Antonia Hamilton vom Institut für Kognitive Neurowissenschaften und Dr. Ilias Tachtsidis vom Fachbereich Medizinische Physik und Biomedizintechnik

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Heute stellen wir den Artikel „Wissenschaft und Shakespeare“ vor, der ein Forschungsprojekt am University College London beleuchtet, das mithilfe der funktionellen Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) die Gehirnaktivitätsmuster von Shakespeare-Schauspielern misst.

 

Einzigartiger wissenschaftlicher Ansatz anhand von Shakespeare-Stücken

Am University College London in Großbritannien betreiben Professorin Antonia Hamilton vom Institut für Kognitive Neurowissenschaften und Dr. Ilias Tachtsidis vom Fachbereich Medizinische Physik und Biomedizintechnik einzigartige Forschung.

Sie verwenden das tragbare funktionelle Nahinfrarotspektroskopiesystem LIGHTNIRS von Shimadzu für Forschungszwecke* und messen die Gehirnaktivitätsmuster von Schauspielern, die LIGHTNIRS-Sensoren tragen, während sie ein Shakespeare-Stück auf der Bühne aufführen.

* Nur für Forschungszwecke. Nicht für diagnostische Verfahren geeignet.

Schauspieler trägt das LIGHTNIRS-System während einer Shakespeare-Aufführung

Schauspieler trägt das LIGHTNIRS-System während einer Shakespeare-Aufführung

Ziel der Forschung ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die sozialen kognitiven Mechanismen des Menschen zu gewinnen und die Unterschiede zwischen Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung und solchen ohne zu verstehen.

Forschungsziele – Kindern mit Autismus helfen

Da Schauspieler geübt darin sind, dieselben Handlungen immer wieder zu wiederholen, beabsichtigt Professor Hamilton, durch die Aufzeichnung der Gehirnaktivität von Schauspielern während bestimmter Interaktionen einen Beitrag zur Forschung und Entwicklung zu leisten, um die gemeinsamen neurologischen Muster von Menschen mit Schwierigkeiten im sozialen Bereich zu identifizieren.

Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist es, „Verhaltenstherapien zu finden, die autistischen Kindern mehr Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen geben“, sagte Prof. Hamilton.

Dr. Tachtsidis und Professor Hamilton

Dr. Tachtsidis (links) und Professor Hamilton (rechts)

Um den vollständigen Interviewartikel „Wissenschaft und Shakespeare“ zu lesen, klicken Sie hier.

Hinweis: Die Titel und Zugehörigkeiten der im Artikel erwähnten Personen waren zum Zeitpunkt des Interviews im Mai 2019 aktuell.

LIGHTNIRS Tragbares funktionelles Nahinfrarot-Spektroskopiesystem für die Forschung

Die Bildgebung der Hirnfunktion ist eine Technologie zur Messung und visuellen Darstellung von Hirnfunktionen und -aktivitäten. Nahes Infrarotlicht, das biologisches Gewebe leicht durchdringt, kann zur Messung des lokalen Sauerstoffgehalts im Blut des Gehirns eingesetzt werden, um zu beobachten, wo Aktivität als Reaktion auf einen Reiz auftritt. Dank seiner Portabilität ermöglicht LIGHTNIRS die Visualisierung der Hirnfunktion in Echtzeit und unter natürlicheren Bedingungen als andere Methoden.

Folglich findet es in vielfältigen Anwendungsbereichen Verwendung, darunter medizinische Forschung, Entwicklungspsychologie, Pädagogik, Kognitionswissenschaft und Ingenieurwesen.

LIGHTNIRS ist ein kleines, leichtes und tragbares System, das hochflexible Messungen ermöglicht. Ein entscheidender Vorteil ist die Fähigkeit, stabile Daten zu erfassen, da es drei Lichtwellenlängen nutzt. Diese Vorteile bildeten die Grundlage für die Messung der Hirnfunktionsaktivität von Schauspielern auf der Bühne in dieser Studie des University College London.

Ermöglicht Flexibilität bei der Datenmessung auf der Bühne

Ermöglicht Flexibilität bei der Datenmessung auf der Bühne

Hinweis: LIGHTNIRS ist ein tragbares, funktionelles Nahinfrarotspektroskopiesystem für Forschungszwecke*.
* Nur für Forschungszwecke. Nicht für diagnostische Verfahren geeignet.

Kommentar des Shimadzu-Interviewers

Das University College London (UCL) blickt auf eine lange Geschichte zurück und wurde 1826 gegründet. (Shimadzu wurde 1875 gegründet.) Das UCL pflegt zudem langjährige historische Verbindungen zu Japan, und Soseki Natsume, Japans berühmtester Schriftsteller, studierte dort als Austauschstudent. Als ich diese Geschichte zum ersten Mal vom Shimadzu-Vertreter in Europa hörte, konnte ich mir nicht vorstellen, wie ein wissenschaftliches Instrument von Shimadzu mit dem Begriff „Shakespeare-Stück“ in Verbindung gebracht werden könnte. Doch die Interviews mit Universitätsforschern, die Verbindungen zu Japan haben, über dieses einzigartige Projekt waren eine äußerst wertvolle Erfahrung.

 
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