100 Jahre seit der Geburtsstunde der Shimadzu-Mannequin
Ausstellung der ältesten erhaltenen japanischen Hausmannequins

Das Shimadzu Foundation Memorial Museum präsentiert derzeit eine Sonderausstellung zum 100. Jahrestag der Entstehung der ersten in Japan hergestellten Schaufensterpuppen.

Ein Blick auf das Museum

Ein Blick auf das Museum

 

Die Anfänge japanischer Schaufensterpuppen

Es mag überraschen, aber Shimadzu stellte einst Schaufensterpuppen her. Basierend auf der „Shimadzu-Faser“-Technologie, die ab den 1890er Jahren durch die Produktion von naturkundlichen Lehrpräparaten entwickelt wurde, begann Shimadzu 1925 mit der Herstellung der ersten Schaufensterpuppen westlichen Stils in Japan.

Die für ihre Qualität hochgelobten „Shimadzu-Schaufensterpuppen“ erreichten um 1937 ihren Höhepunkt und eroberten über 80 % des Inlandsmarktes. Mit der Verschärfung der Kriegssituation wurde die Produktion jedoch eingestellt, und das Schaufensterpuppengeschäft wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen. Das Unternehmen, das aus der Selbstständigkeit der damaligen Geschäftsführer des Schaufensterpuppengeschäfts hervorging, ist übrigens die Nanasai Co., Ltd., ein in Kyoto ansässiger Schaufensterpuppenhersteller.

Die diesmal ausgestellten Schaufensterpuppen sind die ältesten erhaltenen Stücke aus der Shimadzu-Mannschaft. Das 1925 entstandene Werk trägt den Titel „Ältere Schwester / Jüngere Schwester“. Es stammt vom Bildhauer Yasuji Ogishima und ist Teil der Sammlung des Nanasai-Museums. Ogishima begann mit der Anfertigung von Schaufensterpuppen, nachdem er Ryozo Shimadzu, den Sohn von Genzo Shimadzu Jr. und Gründer der Shimadzu-Mannequin-Mannschaft, kennengelernt hatte. Ogishima und Ryozo waren Kommilitonen an der Kunsthochschule Tokio (heute Universität der Künste Tokio).

Seit Shimadzu vor 100 Jahren in Japan mit der Herstellung von Schaufensterpuppen begann, ist über die Anfangszeit nur wenig bekannt, da die erhaltenen Dokumente rar sind. Diese Ausstellung der ältesten erhaltenen Schaufensterpuppen wurde jedoch durch eine großzügige Spende ermöglicht.

Ganz links: Eine Shimadzu-Mannequin aus dem Jahr 1929, die derzeit im Museum ausgestellt ist.

Ganz links: Eine Shimadzu-Mannequin aus dem Jahr 1929, die derzeit im Museum ausgestellt ist.

Eine Sonderausstellung, ermöglicht durch eine Spende

„Mein Großvater erhielt eine Puppe direkt von Genzo Shimadzu Jr. Wir haben sie noch immer zu Hause – möchten Sie sie sich einmal ansehen?“ Nach diesem Angebot spendete ein Anwohner dem Museum in Kiyamachi-Nijo in Kyoto eine kleine, etwa 35 Zentimeter große Figur. Ihr würdevoller Ausdruck und die Schönheit ihrer Form beeindruckten besonders.

Es wies jedoch von den Schultern bis zum Rücken starke Risse auf, was die Handhabung und sogar das Aufstellen erschwerte. Eine Untersuchung des Typenschilds ergab, dass es aus der Zeit um 1900 stammte.

Eine gespendete Puppe
Plakette an der Puppe

Da der Kurator erkannte, dass es sich um ein sehr altes und bedeutendes Stück handelte, beschloss er, die kleine Schaufensterpuppe zu restaurieren und sie zusammen mit der bereits im Museum ausgestellten „Shimadzu-Schaufensterpuppe“ zu präsentieren.

„Wir wollen es neben der Shimadzu-Mannequin ausstellen“ – Restaurierungsarbeiten beginnen

Aufgrund ihrer Expertise im Bereich der Schaufensterpuppen wurde Nanasai bezüglich der Restaurierung hinzugezogen. Es wurde beschlossen, dass Nanasai die Restaurierung des Körpers übernehmen sollte, während die Kleidung von Atelier Goto in Kyoto restauriert werden sollte.

Diese Anfrage führte auch zur konkreten Planung der aktuellen Ausstellung mit den ältesten erhaltenen Schaufensterpuppen. Shimadzu hatte 1911 ein Patent für „Shimadzu-Faser“ erhalten, ein Material, das durch Beschichten von Papier mit Harz hergestellt wurde; die gespendete Figur bestand jedoch aus Gips und nicht aus diesem patentierten Material.

Mieder und Rock sind am Oberkörper befestigt.
Die Jacke der Puppe

Der Restaurierungsprozess umfasste zunächst das Abnehmen des Kostüms, die Instandsetzung der Figur selbst und anschließend das Wiederanlegen des Kostüms. Die Arme waren abnehmbar und wurden in den Torso eingesetzt. Mieder und Rock hingegen waren fest mit der Figur verbunden und konnten nicht entfernt werden; daher wurden sie im noch befestigten Zustand restauriert. Die Jacke wurde abschließend mit Futterstoff verstärkt und von der Rückseite vernäht.

Restaurierte Puppe

Die Schaufensterpuppe wurde noch nicht ausgestellt, aber der Kurator merkt an: „Wir planen, unsere Forschung fortzusetzen und sie in Zukunft zusammen mit der Shimadzu-Schaufensterpuppe auszustellen.“

Ausstellungsinformationen (Sonderausstellung)
Zeitraum: Bis Dienstag, 7. April 2026
Veranstaltungsort: Shimadzu Foundation Memorial Museum (Eingangsvitrine)
Ausstellungsstück: Schaufensterpuppen „Ältere Schwester“ / „Jüngere Schwester“ von Yasuji Ogishima

Eintritt: Reservierung erforderlich (bis zu 3 Werktage im Voraus)
Besucherinformation: Shimadzu Foundation Memorial Museum

 

Diese Figuren zeichnen sich durch ihre Dynamik, ihre nachdenklichen Gesichtsausdrücke und ihre ausdrucksstark geformten Füße aus. Steht man vor dem Originalwerk, spürt man seine Präsenz und die Atmosphäre seiner Zeit.

Ganz links: Shimadzu-Mannequin aus dem Jahr 1929 (Showa 4), ausgestellt im Museum

Schaufensterpuppen „Ältere Schwester“ und „Jüngere Schwester“ von Yasuji Ogishima. Die Sonderausstellung umfasst nur diese beiden Stücke. Die abnehmbaren Arme sind nicht mehr erhalten.

 

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