23. Juli 2026

Förderung der Fähigkeit, Wissenschaft mit Gesellschaft zu verbinden
Shimadzu startet ein Ausbildungsprogramm für Wissenschaftskommunikatoren

Die Shimadzu Corporation hat ein Weiterbildungsprogramm für Wissenschaftskommunikatoren ins Leben gerufen, um ihre Mitarbeiter in diesem Bereich weiterzubilden. Das Programm ist Teil von Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, die auf einer Vereinbarung mit der Doshisha-Universität basieren. Als Basiskurs in Wissenschaftskommunikation bietet es den Mitarbeitern der Shimadzu Corporation bedarfsgerechte Vorlesungen zu den Grundlagen und Fertigkeiten, die für eine verständliche Wissenschaftskommunikation erforderlich sind.

  Thema Vorlesungen
1 Pressemitteilungen erstellen, die Wirkung zeigen Vorgehensweise für wissenschaftliche Pressemitteilungen
2 Wie man überzeugend spricht und Präsentationen hält, die Informationen vermitteln Wie man spricht, um Informationen zu vermitteln
3 Wie man im Zeitalter der KI lebt Die Zukunft von KI und Unternehmen
4 Neu auftretende und wiederkehrende Infektionskrankheiten und Verbreitung von Informationen durch Experten Lernen aus der Verbreitung wissenschaftlicher Informationen über Infektionskrankheiten
5 ELSI (Ethische, rechtliche und soziale Fragen von Wissenschaft und Technologie) Die ELSI-Perspektive

Dieser Artikel enthält Auszüge aus „1. Pressemitteilungen mit Wirkung erstellen“ und „5. ELSI“.

 

Wie man überzeugende Pressemitteilungen verfasst

Wie gelangen Pressemitteilungen von Unternehmen und Forschungseinrichtungen an Wissenschaftsjournalisten und führen zu Medienberichterstattung? Diese Fragen beantwortet Gastprofessorin Yukiko Motomura von der Fakultät für Lebens- und Medizinwissenschaften der Doshisha-Universität, die über 25 Jahre Erfahrung als Wissenschaftsjournalistin verfügt.

Von links: Gastprofessor Motomura und Assistenzprofessor Masu

Von links: Gastprofessor Motomura und Assistenzprofessor Masu

Auszug aus der Vorlesung

Journalisten, die Pressemitteilungen lesen, sind nicht zwangsläufig Experten auf dem jeweiligen Gebiet. Eine wichtige Voraussetzung für Pressemitteilungen ist, dass sie auf Fakten basieren und Forschungsergebnisse korrekt wiedergeben. Es ist aber ebenso wichtig, den Hintergrund und die Geschichte hinter den Entdeckungen und Ergebnissen zu vermitteln und deren mögliche Auswirkungen auf Gesellschaft und Welt zu erläutern. Abhängig von gesellschaftlichen Gegebenheiten, wie beispielsweise der globalen Lage, werden selbst bahnbrechende Ergebnisse unter Umständen nicht veröffentlicht. Daher ist der Zeitpunkt der Informationsveröffentlichung ebenfalls ein wichtiger Faktor.

Verantwortungsvolle Forschung und Entwicklung

Wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien in die Gesellschaft Einzug halten, sind ihre Auswirkungen nicht zwangsläufig ausschließlich positiv. Selbst revolutionäre Technologien können ethische, rechtliche und soziale Probleme aufwerfen. Die Schattenseiten von Wissenschaft und Technologie werden mit dem Akronym ELSI bezeichnet, das sich aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe zusammensetzt. In diesem Vortrag haben wir ELSI im Zusammenhang mit genetischen Informationen gemeinsam mit Professor Satoru Funamoto, einem Forscher im Bereich der Lebens- und Medizinwissenschaften an der Doshisha-Universität, betrachtet.

Links: Professor Funamoto

Links: Professor Funamoto

Auszug aus der Vorlesung

Genetische Informationen sind die ultimativste Form persönlicher Information. Einerseits können sie helfen, Krankheiten vorherzusagen, andererseits birgt die Offenlegung genetischer Informationen das Risiko von Diskriminierung und Vorurteilen, die nicht nur die betroffene Person, sondern auch deren Angehörige betreffen können. Es gab bereits Fälle, in denen Menschen die Arbeitssuche verweigert oder der Abschluss einer Versicherung verwehrt wurde, obwohl sie die Krankheit weder entwickelten noch Symptome zeigten. Obwohl viele Länder Gesetze gegen Diskriminierung aufgrund genetischer Informationen erlassen, ist es zu spät, erst nach dem Auftreten eines Problems über Gegenmaßnahmen nachzudenken.

Vor der gesellschaftlichen Umsetzung ist es wichtig zu bedenken, welche Probleme nicht nur durch genetische Informationen, sondern auch durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien entstehen können. Daher sind verantwortungsvolle Forschung und Innovation mit Blick auf die Zukunft unerlässlich. Dies betrifft nicht nur Ingenieure und Wissenschaftler, sondern erfordert eine Betrachtung aus rechtlicher, ethischer, soziologischer und weiterer Perspektive sowie den Dialog mit den Bürgern.

Kommentar des Programmverantwortlichen

Ryoko Kawashita, Managerin, Personalentwicklungsgruppe, Personalabteilung

Um Shimadzus Unternehmensphilosophie „Beitrag zur Gesellschaft durch Wissenschaft und Technologie“ zu verwirklichen, ist es unerlässlich, unser Fachwissen und unsere Forschungs- und Entwicklungsergebnisse präzise zu kommunizieren und dabei deren Bedeutung und gesellschaftliche Auswirkungen zu berücksichtigen. Ich halte es für sehr wertvoll, dass dieses Programm den Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben hat, zu lernen, Wissenschaft und Technologie verständlich zu vermitteln und Wege zu finden, mit unterschiedlichen Zielgruppen zu kommunizieren.

Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeitern der Doshisha-Universität, die uns großzügig bei der Vorbereitung und Bereitstellung der On-Demand-Vorlesungen unterstützt haben. Auch in Zukunft werden wir das Gelernte in unserer täglichen Arbeit anwenden, um neue Werte zu schaffen.

Um Wissenschaft und Technologie nachhaltig voranzubringen und in der Gesellschaft zu implementieren, müssen wir die Grenzen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften überwinden, uns der Wissenschaft aus verschiedenen Perspektiven nähern und kontinuierlich für eine bessere Gesellschaft und Zukunft kommunizieren. Dies erfordert die Entwicklung von Fachkräften, die mit Menschen unterschiedlicher Herkunft kommunizieren und ihren Mitmenschen zuhören können, während sie gleichzeitig die vielfältigen Zukunftsszenarien im Blick behalten. Die Shimadzu Corporation engagiert sich für die kontinuierliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter im Bereich Wissenschaftskommunikation, basierend auf der Unternehmensphilosophie „Beitrag zur Gesellschaft durch Wissenschaft und Technologie“.

 

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