
Wertschöpfung durch Co-Kreation
Seit ihrer Gründung hat die Shimadzu Group stets auf die Bedürfnisse ihrer Kunden und der Gesellschaft reagiert und ein breites Spektrum an Technologien, Produkten und Dienstleistungen angeboten. Die gesellschaftlichen Herausforderungen von heute sind zunehmend global und komplex und lassen sich nicht allein durch Fortschritte in einzelnen Technologien bewältigen. Co-Creation – die Zusammenführung von Wissen aus verschiedenen Disziplinen und dessen schnelle Umsetzung in die Markteinführung – ist unerlässlich. Die Shimadzu Group kombiniert ihre technologischen Kompetenzen mit neuen Erkenntnissen aus offener Innovation, um in den vier Bereichen Gesundheitswesen, Umwelt, Materialien und Industrie einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen und gleichzeitig die planetare Gesundheit (das Wohlergehen von Mensch und Erde) zu fördern. Dieses Ziel steht im Mittelpunkt unserer Forschungs- und Entwicklungs- sowie Geschäftsaktivitäten und wird von unserer Unternehmensphilosophie „Beitrag zur Gesellschaft durch Wissenschaft und Technologie“ und unserem Managementprinzip „Verwirklichung unserer Wünsche für das Wohlergehen von Mensch und Erde“ geleitet.
Eine gemeinsame Grundlage und fünf Initiativen
Die Technologiestrategie der Shimadzu-Gruppe zielt darauf ab, kundenorientierte, technologiebasierte Komplettlösungen anzubieten, Kerntechnologien direkt mit Lösungen für gesellschaftliche und kundenbezogene Herausforderungen zu verknüpfen und so nachhaltiges Geschäftswachstum sowie die Entwicklung neuer Geschäftsfelder zu erzielen. Zu diesem Zweck werden wir die Umsetzung durch die Förderung von fünf integrierten Initiativen stärken, die auf einer gemeinsamen Grundlage aus fortschrittlichen Technologien, hochqualifizierten Fachkräften und optimierten Entwicklungsprozessen basieren.
Diese Initiativen stehen im Einklang mit den Prioritätsthemen des neuen mittelfristigen Managementplans – Erwerb neuer Technologien und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Produkte; Beschleunigung der Technologieentwicklung und Markteinführung; und Nutzung der Strategie des geistigen Eigentums zur Schaffung neuer Geschäftsfelder – und sind in den sechs im Diagramm dargestellten Maßnahmen verkörpert.

Durch diese Initiativen werden wir fortschrittliche Technologien in Bereichen wie Messtechnik, Quantentechnologie und Biotechnologie/Life Sciences zu Kerntechnologien weiterentwickeln. Gleichzeitig wollen wir unsere Geschäftsbereiche in den vier Domänen durch die Zusammenarbeit mit führenden Partnern und den Erwerb externer Technologien mittels CVC-Investitionen und M&A ausbauen und neue Geschäftsfelder erschließen. Die folgenden Abschnitte beschreiben die sechs Initiativen im Detail.
1. Förderung zukunftsweisender Technologien, Ausbau bestehender und Gründung neuer Unternehmen in den vier Bereichen
Quantentechnologie
Aufbauend auf ihren Stärken in den Bereichen optische Technologien sowie Analyse- und Messtechnologien wird die Shimadzu-Gruppe Spitzentechnologien für die Quantenmessung entwickeln.
Das Quanten-Infrarotspektroskopiesystem, das verschränkte Photonen nutzt und in gemeinsamer Forschung mit Professor Shigeki Takeuchi von der Universität Kyoto entwickelt wird, erregt Aufmerksamkeit als kompakte, hochempfindliche und kostengünstige neue Infrarotmesstechnik mit potenziellen Anwendungen im Gesundheitswesen, der Sicherheit und der Umweltüberwachung.
Im Bereich der Zeitmessung brachte Shimadzu im März 2025 die weltweit erste kommerzielle optische Gitteruhr auf den Markt. Sie basiert auf der von Professor Hidetoshi Katori von der Universität Tokio entwickelten Strontium-Gitteruhr-Technologie. Die Uhr ist über 100-mal genauer als die derzeit zur Definition der Sekunde verwendete Cäsium-Atomuhr. Sie gilt als aussichtsreicher Kandidat für die zukünftige Definition der Sekunde und soll zudem als Frequenzstandard für Hochgeschwindigkeitskommunikation dienen. Da sie Höhenunterschiede anhand extrem geringer Gravitationsunterschiede erfassen kann, wird sie voraussichtlich auch in Infrastrukturtechnologien wie der Überwachung von Krustenverformungen, der Vorhersage vulkanischer Aktivitäten und der Erkundung unterirdischer Rohstoffe Anwendung finden.


Strontium-optische Gitteruhr
Aetherclock OC 020
Biotechnologie und Lebenswissenschaften
Für den Markt der Biowissenschaften wird Shimadzu seine Flüssigkeitschromatographen und Massenspektrometer weiterentwickeln und gleichzeitig Mess- und Testtechnologien etablieren und vermarkten, die auf molekularer Diagnostik und Biotechnologie basieren. Im klinischen Bereich werden wir den Vertrieb von klinischen Testgeräten ausbauen, darunter Systeme zur Früherkennung und Schnelltests von Infektionskrankheiten auf Basis klinischer Plattformen mit Massenspektrometern. Gleichzeitig werden wir wiederkehrende Umsätze mit Reagenzien und Kulturmedien generieren.
Um die Schaffung von Laboren der nächsten Generation zu unterstützen, werden wir das Autonome Labor aufbauen, ein experimentelles System, in dem KI und Roboter autonom Hypothesen formulieren und Experimente auf der Grundlage analytischer Daten durchführen.
Angesichts der steigenden Nachfrage nach Alternativen zu Tierversuchen entwickeln wir mikrophysiologische Systeme (MPS), die Zellkultur-, Mess- und Biochip-Technologien kombinieren, sowie Systeme, die das Darmmilieu simulieren. Mit diesen Technologien leisten wir einen Beitrag zur Forschung und Entwicklung in den Bereichen Arzneimittelforschung, personalisierte Medizin, Präbiotika und funktionelle Lebensmittel.
2. Gemeinsame Forschung mit führenden Partnern
Ein gemeinsamer Entwicklungsprozess, der Technologie und Talente verbindet, ist entscheidend für die Entstehung von Innovationen. Die Shimadzu-Gruppe fördert die Zusammenarbeit mit externen Partnern in jeder Phase – von der Grundlagenforschung über die Produktentwicklung bis hin zur angewandten Technologieentwicklung.
Mit Hochschulen schließen wir umfassende Kooperationsvereinbarungen auf institutioneller Ebene und vertiefen Partnerschaften zur Gründung neuer Unternehmen und zur Entwicklung hochqualifizierter Fachkräfte. Durch offene Forschungspartnerprogramme wie die SHIMADZU Future Co-Creation Challenge laden wir zudem innovative Ideen aus Hochschulen, Startups und anderen Partnern ein und fördern kontinuierlich die Markteinführung.

3. Erwerb externer Technologien und Unternehmen durch CVC und M&A
Um offene Innovation effektiv zu gestalten, investiert die Shimadzu Group über ihren Corporate-Venture-Capital-Fonds, den Shimadzu Future Innovation Fund, in Startups. Mit diesem Fonds integrieren wir zügig innovative Messmethoden, KI-Algorithmen, biotechnologische Verfahren und weitere externe Technologien. Unser Ziel ist es, neue Geschäftsfelder zu erschließen und Synergien aus Investitionen und Kooperationen optimal zu nutzen.
4. Stärkung der Unternehmensgründung für die Markteinführung
Mit Blick auf die Entwicklung von Machbarkeitsstudien (Proof of Concept, PoC) bis hin zur Implementierung und Serienproduktion hat die Shimadzu-Gruppe einen Rahmen für die erfolgreiche Etablierung fortschrittlicher Technologien als Geschäftsmodelle geschaffen. Dieser umfasst die Bereitstellung von Demonstrationsmöglichkeiten beim Kunden, die Unterstützung bei regulatorischen Fragen, die Beteiligung an Standardisierungsaktivitäten sowie die Koordination mit Marketing- und Vertriebskanälen. Insbesondere in den Bereichen Medizin und Gesundheitswesen, Umwelt und Energie werden wir die Kommerzialisierung mit Fokus auf soziale Wirkung vorantreiben.
5. Verbesserung der Technologieentwicklung und Talentförderung durch KI und digitale Transformation
Die Shimadzu-Gruppe wird KI und digitale Transformation aktiv in ihre Entwicklungsprozesse integrieren, eine Designinformationsinfrastruktur aufbauen und ihre Abläufe optimieren. Durch die parallele Entwicklung von der Konstruktion bis zur Fertigung erreichen wir eine schnellere und effizientere Produktentwicklung. Zudem fördern wir unsere Kernkompetenzen durch praxisorientierte, funktionsübergreifende Talentförderprogramme und verbessern kontinuierlich unsere Technologie- und Entwicklungskompetenzen.
6. Steigerung der Produktwettbewerbsfähigkeit durch die strategische Nutzung von geistigem Eigentum
Wir betrachten geistiges Eigentum als Wettbewerbsvorteil und etablieren einen Kreislauf von der IP-Schaffung bis zur IP-Nutzung. Mit einer Open-&-Close-Strategie erweitern wir unsere Märkte und sichern uns gegebenenfalls Exklusivrechte. Durch den Einsatz generativer KI und IP-Landschaftsanalysen bauen wir das notwendige Portfolio an geistigem Eigentum auf und nutzen die durch Geschäftsbeiträge generierten Erträge zur Entwicklung neuer Komplettlösungen.
Hin zu mehr kreativer Forschung und Entwicklung
Kreative Arbeit ist für die Wertschöpfung durch Forschung und Entwicklung unerlässlich. Herbert Simon (1916–2001), Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, formulierte den Grundsatz, dass Routinearbeit Kreativität verdrängt. Das bedeutet, dass Menschen, wenn sie mit einem hohen Arbeitsaufkommen konfrontiert sind, mit deren Erledigung beschäftigt sind und die notwendige, kreative Arbeit dadurch in den Hintergrund rückt. Mit der Entwicklung von KI verändert sich die Natur der Arbeit, und die Art und Weise, wie Arbeit verrichtet wird, wandelt sich grundlegend. Wir sehen darin eine Chance, die verdrängte Kreativität wiederzubeleben und neu zu entfachen.
Auf der Grundlage von Empathie und gemeinsamer Wertschöpfung wird die Shimadzu-Gruppe kreative und ambitionierte Forschung und Entwicklung betreiben und so gleichzeitig Mehrwert für Gesellschaft, Kunden und die Gruppe schaffen. Wir werden die Möglichkeiten der Technologie in eine zuverlässige Markteinführung umsetzen. Durch den kontinuierlichen Dialog mit unseren Stakeholdern werden wir unsere Fortschritte hin zu einer gesunden Umwelt beschleunigen.
Beruflicher Werdegang
| März 1989 | Eintritt in die Shimadzu Corporation | |
| Oktober 2003 | F&E-Manager, Technologieforschungslabor | |
| April 2014 | Stellvertretender Generaldirektor des Technologieforschungslabors und Generaldirektor der Abteilung Geschäftsentwicklung des Technologieforschungslabors | |
| Oktober 2020 | General Manager, Global Strategy Planning Unit, Corporate Strategy Planning Department | |
| April 2022 | General Manager, Technologieforschungslabor | |
| April 2024 | Unternehmensbeauftragter, Geschäftsführer des Technologieforschungslabors | |
| April 2025 | Geschäftsführender Direktor, CTO (derzeit) |


